{"id":148,"date":"2021-03-26T09:34:39","date_gmt":"2021-03-26T09:34:39","guid":{"rendered":"http:\/\/stopstalkerware.org\/de\/?page_id=148"},"modified":"2021-06-07T15:39:55","modified_gmt":"2021-06-07T14:39:55","slug":"informationen-fur-medien","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/stopstalkerware.org\/de\/informationen-fur-medien\/","title":{"rendered":"Informationen f\u00fcr Medien"},"content":{"rendered":"\n<h1><strong>Informationen f\u00fcr Medien<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<h3 id=\"definition\">Definition<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Koalition gegen Stalkerware definiert Stalkerware als Software, die f\u00fcr Privatpersonen frei oder k\u00e4uflich verf\u00fcgbar ist und mittels Remote-Steuerung eine Person in die Lage versetzt, Aktivit\u00e4ten auf dem Ger\u00e4t eines anderen Benutzers zu verfolgen, ohne dessen Zustimmung und ohne ausdr\u00fcckliche, stete Benachrichtigung an diesen Benutzer zu senden. Daher kann Stalkerware die \u00dcberwachung von Intimpartnern, Bel\u00e4stigung, Missbrauch, Stalking und\/oder Gewalt erleichtern. Nach Auffassung der Koalition ist es nicht als Einwilligung des Ger\u00e4tebenutzers anzusehen, wenn zur Installation der App lediglich physischer Zugang zum Ger\u00e4t, ein Entsperren des Ger\u00e4ts oder eine Anmeldung mit Benutzername und Kennwort erforderlich sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Stalkerware wird auch als &#8220;Spouseware&#8221; oder &#8220;Creepware&#8221; bezeichnet und gelegentlich wird der Begriff umgangssprachlich f\u00fcr jede App oder Software verwendet, von der bekannt ist oder angenommen wird, dass sie die Privatsph\u00e4re des Benutzers verletzt. Angesichts des Einsatzes von Stalkerware bei Missbrauch in Paarbeziehungen sind wir der Meinung, dass eine eindeutige, enge Definition wichtig ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig darf nicht ignoriert werden, dass auch seri\u00f6se Apps und andere Technologien f\u00fcr Missbrauch genutzt werden k\u00f6nnen und oft auch genutzt werden.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-background has-black-background-color has-black-color is-style-wide\" \/>\n\n\n\n<h3 id=\"scale\"><strong>Das Ausma\u00df der Problematik<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<h5>Die Koalition gegen Stalkerware sieht Stalkerware als ein wachsendes Problem.<\/h5>\n\n\n\n<h5>Nichtregierungsorganisationen verzeichnen eine wachsende Zahl von Betroffenen, die Unterst\u00fctzung suchen:<\/h5>\n\n\n\n<ul><li>Wie eine von WESNET mit Unterst\u00fctzung von Dr. Delanie Woodlock und Forschern der Curtin University in <strong>Australien<\/strong> durchgef\u00fchrte zweite landesweite Umfrage zu Technologiemissbrauch und h\u00e4uslicher Gewalt ergab, berichten 99,3 % der in diesem Bereich T\u00e4tigen von Klienten, die technologiegest\u00fctzten Missbrauch erleben. Au\u00dferdem wurde zwischen 2015 und 2020 eine Zunahme des Einsatzes von Videokameras um 183,2 % beobachtet.<\/li><li>Laut einer Studie zum Thema Cybergewalt in intimen Beziehungen, die vom Centre Hubertine Auclert in <strong>Frankreich<\/strong> durchgef\u00fchrt wurde, gaben 21 % der Befragten an, Opfer von Stalkerware durch den missbrauchenden Partner geworden zu sein, und 69 % der Betroffenen haben das Gef\u00fchl, dass sich ihr Partner heimlich Zugang zu ihren pers\u00f6nlichen Daten verschafft hat.<\/li><li>Der Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe in <strong>Deutschland<\/strong> (bff) beobachtet seit einigen Jahren eine zunehmende Nutzung von Stalkerware im Zusammenhang mit Partnerbeziehungen.<\/li><li>In den <strong>Vereinigten<\/strong> <strong>Staaten<\/strong> sind sch\u00e4tzungsweise 6 bis 7,5 Millionen Menschen innerhalb eines Jahres von Stalking betroffen. Laut dem Stalking Prevention Awareness &amp; Resource Center (SPARC) berichtet jedes vierte Opfer, dass dabei zumindest irgendeiner Form von Technologie zum Einsatz kam.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h5>Cybersicherheitsanbieter stellen eine stetige Zunahme dieser sch\u00e4dlichen Stalker-Anwendungen fest (Stand Nov 2020):<\/h5>\n\n\n\n<ul><li>Mit der Ausbreitung von Covid-19 Anfang 2020 und immer mehr L\u00e4ndern, die zur Bek\u00e4mpfung der Pandemie in den Lockdown gingen, verzeichnete F-Secure ab M\u00e4rz einen deutlichen Anstieg bei den Stalkerware-Erkennungen. Nach einem kurzen R\u00fcckgang im Fr\u00fchsommer legte diese Zahl gegen Ende der Ferienzeit wieder zu, so dass im August und September fast viermal so viele Stalkerware-Erkennungen festgestellt wurden wie in den Monaten zuvor. Dabei geh\u00f6rt Cerberus mit 52 Prozent zu der am h\u00e4ufigsten erkannten Stalkerware auf mobilen Einzelger\u00e4ten. Die als Mittel zur Diebstahlbek\u00e4mpfung beworbene App l\u00e4sst sich heimlich auf einem Android-Ger\u00e4t installieren und unterbindet selbstt\u00e4tig jeglichen Versuch, es zu l\u00f6schen. So kann ein Stalker unerkannt den Standort des Ger\u00e4ts verfolgen, Bilder und Screenshots machen sowie Audioton mitschneiden.<\/li><li>Im Vergleich zum Vorjahr stellte Kaspersky 2019 auf den mobilen Ger\u00e4ten seiner Nutzer einen weltweiten Anstieg der Stalkerware-Nutzung um 67 % fest. Die Zahl der weltweiten Stalkerware-Installationen in den ersten 10 Monaten des Jahres 2020 (von Januar bis Oktober) betrug mehr als 48.500 und kommt damit der Gesamtzahl f\u00fcr 2019 (nahezu 52.000 Installationen) im gleichen Zeitraum sehr nahe.<\/li><li>Zwar stellten diese Apps laut Malwarebytes schon immer eine erhebliche Bedrohung dar, doch die im M\u00e4rz 2020 in Kraft getretenen \u201eShelter-in-Place\u201c-Anordnungen, also die Aufforderung, das Haus m\u00f6glichst nicht zu verlassen, f\u00fchrten zu einem dramatischen Anstieg der Nutzung. Vom 1. Januar bis zum 30. Juni verzeichnete Malwarebytes einen Spitzenwert mit einem 780-prozentigen Anstieg der Erkennungen von Monitor-Apps und einem 1.677-prozentigen Anstieg bei Spyware. Obwohl die Erkennungen ab Juli abnahmen, gingen die Zahlen nie wieder auf das Niveau vom Januar zur\u00fcck. Zwischen dem 1. Januar und dem 31. Oktober stellte Malwarebytes einen 584-prozentigen Anstieg der Erkennungen von \u00dcberwachungsanwendungen und einen 1.044-prozentigen Anstieg bei Spyware fest. Insgesamt wurden in den ersten 10 Monaten des Jahres 2020 mehr als 43.000 \u00dcberwachungs-Apps erkannt.<\/li><li>Dar\u00fcber hinaus zeigt eine k\u00fcrzlich durchgef\u00fchrte Umfrage von Certo Software in Gro\u00dfbritannien, dass nur 31 % der Befragten das Ausspionieren des Telefons einer anderen Person f\u00fcr illegal halten.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h5>Nichtregierungsorganisationen zeigen sich \u00fcber diesen Trend besorgt.<\/h5>\n\n\n\n<ul><li>Cl\u00e9mence Pajot, Leiter des franz\u00f6sischen <strong>Centre Hubertine Auclert<\/strong>: \u201eStalkerware ist f\u00fcr die Opfer eine erhebliche Quelle von Gefahr und Leid. Die Koalition bringt die Expertise des IT-Sicherheitssektors und der auf Gewalt gegen Frauen spezialisierten NGOs auf hervorragende Weise zusammen. Eine solche Synergie auf internationaler Ebene kann entscheidend dazu beitragen, die bestm\u00f6glichen L\u00f6sungen zum Schutz der Opfer zu entwickeln.\u201c<\/li><li>Eva Galperin, Cybersecurity Director der <strong>Electronic Frontier Foundation<\/strong> (USA): \u201eIch habe erfahren, dass Daten sich ihren Weg suchen. Wie Wasser. Sie sickern an Stellen durch, wo man sie nicht haben m\u00f6chte. Freunde und Verwandte geben Informationen \u00fcber Sie weiter. Sie gehen auf eine Party und jemand markiert Sie als anwesend. Und \u00fcber solche Kan\u00e4le greifen \u00fcble Zeitgenossen Informationen \u00fcber Sie ab, die sie selbst nie h\u00e4tten preisgeben wollen.\u201c<\/li><li>Alessandra Pauncz, Executive Director des <strong>European Network for the Work with Perpetrators of Domestic Violence (WWP EN)<\/strong>: \u201eDie Auswirkungen von Cybergewalt auf Frauen und M\u00e4dchen sind verheerend, umfassend und endlos, weil sie (offline und online) Teil der Gewaltspirale sind, die ihnen die Freiheit raubt. Wir m\u00fcssen dem ein Ende bereiten. Und wir m\u00fcssen den T\u00e4tern diese t\u00f6dlichen Waffen aus den H\u00e4nden nehmen. Wir m\u00fcssen Stalkerware endlich als Waffe sehen und unterbinden!\u201c<\/li><li>Kim Tipsord, Executive Director im <strong>Illinois Stalking Advocacy Center<\/strong> (USA): \u201eStalking ist unberechenbar und kann gef\u00e4hrlich werden. Deshalb ist es f\u00fcr Stalking-Anw\u00e4lte unerl\u00e4sslich, mit ihren Klienten einen gr\u00fcndlichen Sicherheitsplan zu erarbeiten. In Stalker-F\u00e4llen wird das aber h\u00e4ufig durch den Einsatz von Stalkerware erschwert, weil sie oft nicht zu erkennen ist. Und selbst wenn Stalkerware vermutet wird, fehlt es nicht selten an Ressourcen, um sie zu entfernen und eine erneute Installation zu verhindern. Die Zusammenarbeit mit der Koalition gegen Stalkerware ist ein wichtiger erster Schritt, um Unterst\u00fctzer und IT-Sicherheitsexperten zusammenzubringen, damit wir gemeinsam gegen dieses wachsende Problem vorgehen k\u00f6nnen.\u201c<\/li><li>Deborah J. Vagins, President und CEO des <strong>National Network to End Domestic Violence (NNEDV)<\/strong> (USA): \u201eDas Nationale Netzwerk zur Beendigung h\u00e4uslicher Gewalt (NNEDV) ist begeistert von der Partnerschaft mit der Koalition gegen Stalkerware. Durch die Arbeit in unserem \u201eSafe Net\u201c-Projekt wissen wir, dass viele Opfer h\u00e4uslicher Gewalt von Partnern bel\u00e4stigt, \u00fcberwacht, gestalkt und betrogen werden, die Stalkerware als Werkzeug f\u00fcr den Missbrauch einsetzen, was dauerhafte Auswirkungen auf die Sicherheit der Betroffenen haben kann. Als Gr\u00fcndungsmitglied der Koalition bekr\u00e4ftigen wir unser Bestreben, diese Missbrauchstaktik verstehen zu lernen und zu bek\u00e4mpfen, damit jeder, auch \u00dcberlebende, Technologien ohne Angst vor Gewalt nutzen kann.\u201c<\/li><li>Horst Hinger, stellvertretender Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer <strong>WEISSER RING<\/strong>: \u201eAls Hilfsorganisation f\u00fcr Opfer von Straftaten wissen wir, dass viele Menschen unter Cyberstalking leiden. Die Betroffenen suchen selten Hilfe, weil sie sich sch\u00e4men und sich selbst die Schuld geben. Stalkerware-Opfer leiden besonders unter den weitreichenden digitalen M\u00f6glichkeiten, die den T\u00e4tern heute zur Verf\u00fcgung stehen. Es gibt kaum noch Schutzr\u00e4ume f\u00fcr Opfer, wenn Cyberstalking in ihr digitales Leben eindringt. Das schr\u00e4nkt nicht nur ihre Lebensqualit\u00e4t ein, sondern erzeugt auch ein Gef\u00fchl der v\u00f6lligen Ohnmacht und Hilflosigkeit. Auch wenn Stalking nicht immer sichtbare Narben hinterl\u00e4sst, leiden die Opfer oft unter starken psychischen Belastungssymptomen und diese Art von \u00dcberlebenden treffen wir bei unserer Arbeit sehr h\u00e4ufig. Laut der Kriminalstatistik gab es 2018 fast 19.000 Stalking-F\u00e4lle in Deutschland, 500 mehr als im Vorjahr. Deshalb haben wir gemeinsam mit der Stiftung WEISSER RING die NO STALK-App entwickelt, um Opfern ein effektives Werkzeug zur Sicherung von Stalking-Beweisen an die Hand zu geben. F\u00fcr uns vom WEISSEN RING ist es wichtig, den von Stalking Betroffenen Unterst\u00fctzung anzubieten. Das tun wir \u00fcber die App, um Vorg\u00e4nge zu melden, vor allem aber im pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch oder auch tatkr\u00e4ftig, wenn wir sie zum Beispiel zur Polizei begleiten. Der WEISSE RING unterst\u00fctzt jedes Jahr mehr als 700 Stalking-Opfer. Unser b\u00fcrgerschaftliches Engagement hilft den Opfern, ihr Leben nach der Straftat neu zu ordnen.\u201c<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h5><strong>Stalkerware ist ein geschlechterspezifisches Problem<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<ul><li>Im Forschungsbericht \u201eGewalt im Internet gegen Frauen und M\u00e4dchen\u201c 2017 des Europ\u00e4ischen Instituts f\u00fcr Gleichstellungsfragen hei\u00dft es: \u201eSieben von zehn Frauen (70&nbsp;%), die von Cyber-Stalking betroffen waren, haben auch mindestens eine Form psychischer oder\/und sexueller Gewalt durch den Intimpartner erfahren.\u201c Das ist eine Fortsetzung des besorgniserregenden Trends der geschlechterspezifischen h\u00e4uslichen Gewalt, erleichtert durch den Missbrauch der Technologie und des Internets.<\/li><li>Es sind weitere Forschungen zur geschlechterspezifischen Natur der Verwendung von Stalkerware erforderlich. Die bislang verf\u00fcgbaren Daten zeigen jedoch eindeutig, dass meistens Frauen Opfer des Technologie-Missbrauchs werden, w\u00e4hrend die M\u00e4nner meistens die Gewaltt\u00e4ter sind.<\/li><li>Der Zusammenhang zwischen Partnergewalt der geschlechterspezifischem und technologischem Missbrauch z. B. durch Stalkerware muss ein eindeutiges Echo in der Politik, der Pr\u00e4vention, der Strafverfolgung der T\u00e4ter und der Opferhilfe finden und von Kampagnen, Schulungen und Forschung begleitet werden, die das Bewusstsein st\u00e4rken.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-background has-black-background-color has-black-color is-style-wide\" \/>\n\n\n\n<h3 id=\"schreiben-uber\">Schreiben \u00fcber Stalkerware<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Einsatz von Stalkerware ist eine Form von Gewalt in Paarbeziehungen und kann f\u00fcr die Betroffenen eines der tiefgreifendsten Missbrauchserlebnisse sein. Bei der Beratung von Opfern und Betroffenen sowie im \u00f6ffentlichen Diskurs ist es von gr\u00f6\u00dfter Wichtigkeit, ein grundlegendes Verst\u00e4ndnis des Problemfelds h\u00e4usliche Gewalt zu haben. Gut gemeintes, aber uninformiertes Einschreiten kann die Betroffenen in gef\u00e4hrliche Situationen bringen. Eine gute Anlaufstelle sind die Websites einschl\u00e4giger Organisationen im jeweiligen Land, beispielsweise <a href=\"https:\/\/nnedv.org\/about-dv\/what-is-dv\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">NNEDV<\/a> (in Englisch) in den USA. In diesem Artikel fassen wir einige der wichtigsten Aspekte zusammen, die Sie bedenken m\u00fcssen, um bei der Kommunikation mit Stalkerware-Opfern deren Sicherheit nicht zu gef\u00e4hrden.<\/p>\n\n\n\n<p>Treibende Motivation bei Gewalt in Paarbeziehungen ist ein Verlangen nach Macht und Kontrolle, das weit \u00fcber herk\u00f6mmliche Eifersucht hinausgeht. Die Kontrolldynamik nimmt oft derartige Dimensionen an, dass Betroffene kaum M\u00f6glichkeiten sehen, sich der Situation zu entziehen, Hilfe zu suchen oder sich zu wehren. Sie wissen nicht, wie sie die Beziehung beenden oder sich endg\u00fcltig von einem missbrauchenden Expartner l\u00f6sen k\u00f6nnen und wie sie die volle Kontrolle \u00fcber ihre privaten Ger\u00e4te zur\u00fcckerlangen. Oft ist die Gefahr f\u00fcr die Betroffenen in dem Moment am gr\u00f6\u00dften, in dem sie sich zum Gehen entscheiden oder versuchen, wieder selbst die Kontrolle zu \u00fcbernehmen. Dann kommt es h\u00e4ufig zu Gewalt oder einer Eskalation der Gewalt.<br>Viele Betroffene teilen mit ihrem Peiniger nicht nur ihr Leben, sondern auch ihre Ger\u00e4te, insbesondere im Falle gemeinsam genutzter Konten. Zwar ist es immer ein sinnvoller Rat, niemandem die eigene PIN zu verraten&nbsp;\u2013 f\u00fcr viele Opfer ist eine Weigerung, sie herauszugeben, jedoch gef\u00e4hrlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Sicherheitssoftware wie Virenschutzprogramme k\u00f6nnen eine gro\u00dfe Hilfe sein, da sie Stalkerware auf den Ger\u00e4ten von Betroffenen finden. Eine Deinstallation der Schadsoftware kann in vielen F\u00e4llen aber riskant sein, da die T\u00e4ter ihr Opfer m\u00f6glicherweise \u00fcberwachen und die Missbrauchssituation sich schnell zuspitzen kann. Oft l\u00e4sst sich Stalkerware nur schwer erkennen. Zudem ist das Problem meist zu komplex, als dass eine simple Sicherheitssperre eine schnelle und einfache L\u00f6sung sein k\u00f6nnte. Es besteht auch die Gefahr, dass Betroffene sich in falscher Sicherheit wiegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Daher ist es sehr wichtig, sich bewusst zu machen, dass Sicherheitssoftware keine Wunderl\u00f6sung ist, wenn Stalkerware auf einem Ger\u00e4t vermutet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Sie oder Ihre Organisation um Rat oder Vorschl\u00e4ge gebeten werden, sollten Sie ehrlich sein: Das Problem hat viele Facetten und es gibt keine Einheitsl\u00f6sung. Verweisen Sie Betroffene auf der Suche nach Informationen oder einem Rechtsbeistand an eine sachkundige zust\u00e4ndige Organisation in ihrem Land (z.&nbsp;B. <a href=\"https:\/\/stopstalkerware.org\/de\/sicherheits-toolkit\/ressourcen\/\">hier<\/a> ist eine Liste mit Hilfsangeboten) und erinnern Sie sie daran, dass sie f\u00fcr s\u00e4mtliche Kommunikation und Recherchen ein sicheres Ger\u00e4t benutzen sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bedenken Sie auch, dass nicht jeder den Unterschied zwischen Stalkerware und anderen Methoden zum Tracking von Smartphones kennt (z.&nbsp;B. gemeinsam genutzte Konten oder Apps, \u00fcber die sich Ger\u00e4te finden lassen). Da Stalkerware oft den Browserverlauf und den Standort \u00fcberwacht, ist es nicht immer empfehlenswert, Betroffenen zu raten, sich an die Polizei zu wenden oder sich online \u00fcber Hilfsangebote zu informieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Gelegentlich wird Stalkerware auch mit Spyware verwechselt, wie Regierungen sie zum Ausspionieren spezifischer Personen verwenden (z.&nbsp;B. der Pegasus-Spyware von NSO). Spyware ist zwar durchaus ebenfalls ein gro\u00dfes Problem \u2013 die Methoden und Technologien von Regierungen sind aber oft sehr viel hochentwickelter als die von normalen T\u00e4tern genutzte k\u00e4ufliche Standard-Stalkerware. Wenn hier Missverst\u00e4ndnisse entstehen, kann das bei Stalkerware-Betroffenen zu unn\u00f6tiger Paranoia f\u00fchren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Informationen f\u00fcr Medien Definition Die Koalition gegen Stalkerware definiert Stalkerware als Software, die f\u00fcr Privatpersonen frei oder k\u00e4uflich verf\u00fcgbar ist und mittels Remote-Steuerung eine Person in die Lage versetzt, Aktivit\u00e4ten auf dem Ger\u00e4t eines anderen Benutzers zu verfolgen, ohne dessen Zustimmung und ohne ausdr\u00fcckliche, stete Benachrichtigung an diesen Benutzer zu senden. 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